Bäckerei - Konditorei
Boulangerie-Pâtisserie

  AG-SA

Klosterstrasse 14, B 4700 Eupen

 

1838 - 2008 / 170 Jahre Bäckerei Rinck

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Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Bäckerei einem Michel Bong, dieser wurde Vormund seines Patenkindes Jean-Caspar Remy (*1794), Sohn aus zweiter Ehe des wohlhabenden Notars  Johann Theodor Remy, nachdem zuerst die Mutter, dann der Vater verstorben  waren. In der Folgezeit übernahm Jean-Caspar Remy mit seiner Frau Maria Brüll (1791-1889) die Bäckerei des Vormundes. Ein Sohn aus dieser Ehe verstarb als Student nach 1845 in Heidelberg.

Nach dem Tode des Jean-Caspar Remy 1837, ehelichte die Witwe Maria Brüll  1838 den Mehlhändler Carl Rinck (1816-1888). Die Bäckerei sowie die Mehl- und Futtermittelhandlung in der Haasstraße führten die Eheleute bis 1885. In den 1870er Jahren war Carl Rinck Stadtverordneter unter Oberbürgermeister Becker.

Da diese Ehe kinderlos blieb, übergaben sie ihr Geschäft ihrem Neffen Richard Rinck (*1865 +1939). Dieser führte es bis 1937 weiter. Um die Jahrhundertwende gab es in Eupen mehr als 90 Backbetriebe für 12.000 Einwohner, sicherlich keine leichte Zeit. Richard RinckRichard Rinck engagierte sich Zeit seines Lebens für die beruflichen Belange der Bäckerinnung, deren Gründungsobermeister er wurde. Im Stadtrat bekleidete er über lange Jahre, sowohl zur Preussenzeit, wie auch zu belgischer Zeit, das Amt des Bauschöffen. Seine Ehefrau fand Interesse an der Herstellung von Konditoreierzeugnissen, eine Leidenschaft die dem Geschäft in den 20er Jahren zu Aufschwung verhalf. 

Ab 1938 übernahm der Sohn Hans Rinck die Geschicke des Geschäftes, nachdem er die Kölner Meisterschule für Konditoren, sowie zahlreiche Weiterbildungskurse besucht hatte. Aber bereits 1939, nur wenige Monate nach dem Umzug zur Klosterstrasse, wurde er zum Kriegsdienst in die belgische Armee eingezogen, während seine Mutter und ein junger Mitarbeiter die Aktivitäten fortsetzten. Von 1940 bis Ende 1942 konnte Hans Rinck wieder seiner beruflichen Tätigkeit nachgehen. Danach wurde er zum Zwangsdienst in der deutsche Wehrmacht eingezogen. Als direkte Folge, musste das Geschäft bis Mai 1945 geschlossen bleiben und wurde nur zwei Tage nach der Rückkehr, aus der Kriegsgefangenschaft wiedereröffnet. 

Die Nachkriegsjahre waren eine Zeit des Aufbruchs. 1947 ehelichte Hans Rinck Hilde Mockel. Nach entbehrungsreichen Jahren war die gestiegene Nachfrage, die  mehr als 10 Jahre andauerte, kaum zu bewältigen. So war in der Nachkriegszeit bis etwa 1955 der Betrieb eine reine Konditorei mit Café. Erst Ende der 50er Jahre wurde wieder mit der Brot- und Brötchenherstellung begonnen. 1965 begann Freddy Rinck die Lehre in der elterlichen BackstubeHans und Hilde Rinck und arbeitete anschließend zwei Jahre in anderen Betrieben. Von 1965 bis 1982 beschritt Hans den Weg seines Vaters und wurde Obermeister der Bäcker- und Konditorinnung. In seiner Amtszeit wurden viele Kontakte zu auswärtigen Innungen gepflegt. Ein Amt welches er noch 7 Jahre nach der Geschäftsübergabe mit viel Hingabe und Freude weiterführte. Durch eine Erkrankung von Vater Hans musste Freddy Rinck  seine "Wanderjahre" früher als vorgesehen abbrechen. Er vervollständigte seine Ausbildung in Seminaren und durch die tägliche Arbeit in der Eupener Backstube. 

 1000 KrapfenAb 1976 übernahm er schließlich mit seiner Frau Katja das Geschäft in der 4. Generation. Schon im ersten Jahr wurde der Verkaufsraum grundlegend umgestaltet. Im Oktober 1976 erfolgte die Übernahme der Backwarentheke im damaligen Kaufhaus Nopri, heute Partner GB. Die in den folgenden 30 Jahren intensiv gestaltete Geschäftspolitik erforderte erhebliche Investitionen in Gebäude, modernen Maschinen und natürlich auch in qualifiziertenEine Filiale Mitarbeitern, ohne die der tägliche Arbeitsaufwand nicht zu schaffen wäre.  Durch ständige Anpassung des Sortiments an den Wünschen der Kunden und die konsequente Einhaltung unserer Qualitätskriterien versuchen wir mit unseren Mitarbeitern, die Vielzahl unserer langjährigen Kunden zufrieden zu stellen. Es gibt kein schöneres Dankeschön, von einer betagten Kundin zu hören, dass sie schon mit ihrer Großmutter Rinck's Reisfladen "unter der Haas"  gekauft habe. Im Jahr 2013 begehen wir unser 175. Betriebsjubiläum.

Bild 1: Richard Rinck
Bild 2: Hans + Hilde Rinck
Bild 3: F.Rinck beim Krapfenbacken zu Karneval 1976
Bild 4: Die Filiale im PartnerGB
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12. 2008

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