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Ende des 18. Jahrhunderts
gehörte die Bäckerei einem Michel Bong, dieser wurde Vormund seines
Patenkindes Jean-Caspar Remy (*1794), Sohn aus zweiter Ehe des wohlhabenden
Notars Johann Theodor Remy, nachdem zuerst die Mutter, dann der
Vater verstorben waren. In der Folgezeit übernahm Jean-Caspar Remy
mit seiner Frau Maria Brüll (1791-1889) die Bäckerei des Vormundes. Ein Sohn
aus dieser Ehe verstarb als Student nach 1845 in Heidelberg.
Nach dem Tode des Jean-Caspar Remy 1837,
ehelichte die Witwe
Maria Brüll 1838 den
Mehlhändler Carl Rinck (1816-1888). Die Bäckerei sowie die Mehl-
und Futtermittelhandlung in der Haasstraße führten
die Eheleute bis 1885. In den 1870er Jahren war Carl Rinck
Stadtverordneter unter Oberbürgermeister Becker. Da diese Ehe kinderlos blieb, übergaben sie ihr
Geschäft ihrem Neffen
Richard Rinck (*1865 +1939). Dieser führte es bis 1937 weiter.
Um die Jahrhundertwende gab es in Eupen mehr als 90
Backbetriebe für 12.000 Einwohner, sicherlich keine
leichte Zeit.
Richard Rinck engagierte sich Zeit
seines Lebens für die beruflichen Belange der
Bäckerinnung, deren Gründungsobermeister er wurde.
Im Stadtrat bekleidete er über lange Jahre, sowohl zur Preussenzeit, wie
auch zu belgischer Zeit, das Amt
des Bauschöffen. Seine Ehefrau fand Interesse an
der Herstellung von Konditoreierzeugnissen, eine
Leidenschaft die dem Geschäft in den 20er Jahren
zu Aufschwung verhalf. A b 1938 übernahm der Sohn
Hans Rinck die Geschicke des Geschäftes, nachdem er
die Kölner Meisterschule für Konditoren, sowie
zahlreiche Weiterbildungskurse besucht hatte. Aber
bereits 1939, nur wenige Monate nach dem Umzug zur Klosterstrasse, wurde er zum Kriegsdienst in die
belgische Armee eingezogen, während seine Mutter und
ein junger Mitarbeiter die Aktivitäten fortsetzten.
Von 1940 bis Ende 1942 konnte Hans Rinck wieder seiner
beruflichen Tätigkeit nachgehen. Danach wurde er
zum Zwangsdienst in der deutsche Wehrmacht eingezogen.
Als direkte Folge, musste das Geschäft bis Mai 1945
geschlossen bleiben und wurde nur zwei Tage nach der Rückkehr,
aus der Kriegsgefangenschaft wiedereröffnet.
Die Nachkriegsjahre waren eine Zeit des
Aufbruchs. 1947 ehelichte Hans Rinck Hilde Mockel. Nach entbehrungsreichen
Jahren war die gestiegene Nachfrage, die mehr als 10 Jahre andauerte,
kaum zu
bewältigen. So war in
der Nachkriegszeit bis etwa 1955 der Betrieb eine reine
Konditorei mit Café. Erst Ende der 50er Jahre
wurde wieder mit der Brot- und Brötchenherstellung
begonnen. 1965 begann Freddy Rinck die Lehre in der
elterlichen Backstube und arbeitete anschließend
zwei Jahre in anderen Betrieben. Von 1965 bis 1982
beschritt Hans den Weg seines Vaters und wurde
Obermeister der Bäcker- und Konditorinnung. In
seiner Amtszeit wurden viele Kontakte zu auswärtigen Innungen gepflegt. Ein Amt welches er
noch 7 Jahre nach der Geschäftsübergabe mit viel
Hingabe und Freude weiterführte. Durch eine
Erkrankung von Vater Hans musste Freddy Rinck
seine "Wanderjahre" früher als vorgesehen
abbrechen. Er vervollständigte seine Ausbildung in
Seminaren und durch die tägliche Arbeit in der
Eupener Backstube.
Ab 1976 übernahm er schließlich mit seiner Frau
Katja das Geschäft in der 4. Generation. Schon im
ersten Jahr wurde der Verkaufsraum grundlegend
umgestaltet. Im Oktober 1976 erfolgte die Übernahme
der Backwarentheke im damaligen Kaufhaus Nopri, heute Partner GB. Die in den folgenden 30 Jahren
intensiv gestaltete Geschäftspolitik erforderte
erhebliche Investitionen in Gebäude, modernen
Maschinen und natürlich auch in qualifizierten
Mitarbeitern, ohne die der tägliche Arbeitsaufwand
nicht zu schaffen wäre. Durch ständige Anpassung
des Sortiments an
den
Wünschen der Kunden und die konsequente Einhaltung
unserer Qualitätskriterien versuchen wir mit unseren Mitarbeitern, die
Vielzahl unserer langjährigen Kunden zufrieden zu
stellen. Es gibt kein schöneres Dankeschön, von
einer betagten Kundin zu hören, dass sie schon mit
ihrer Großmutter Rinck's
Reisfladen "unter der Haas" gekauft habe. Im Jahr 2013
begehen wir unser 175. Betriebsjubiläum.
Bild 1: Richard Rinck
Bild 2: Hans + Hilde Rinck
Bild 3: F.Rinck beim Krapfenbacken zu Karneval 1976
Bild 4: Die Filiale im PartnerGB
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